Dienstag, 25. September 2012

Schritt für Schritt: Eine Fahrzeugschwadron schnell auf hohem Niveau bemalen Teil 2

Willkommen zurück, liebe Leser!

Englische Version: Klick mich

Heute wollen wir etwas Farbe ins Spiel bringen.

Nachdem ich viele Fotos fertig hatte, kam ich zu dem Schluss, dass Bilder der Fahrzeuge nicht ausreichen würden. Also entschied ich, wieder einmal eine Testkarte anzufertigen, die die verschiedenen Abschnitte des Weathering Prozesses und die benutzten Werkzeuge zeigt.
Ich werde mit diesem Dummy alles erklären und dann die Panzer zeigen.

Wieder beginnen wir mit den benötigten Materialien:


1: Haarspray
2: Salz. Für Spielmodelle ist normales Küchensalz völlig ausreichend. Um mehr Realismus zu erreichen, kann man Salz mit verschiedenen Körnungsgrößen verwenden.
3: Purity Seal (GW's Schutzlack, ich denke jede andere Marke wird auch funktionieren)
4: Revell Airbrush Cleaner
5: Tamiya X-20A Thinner. Der einzige mir bekannte Verdünner, der Citadel Farben sprühbar macht ohne die Gun aller paar Minuten zu verstopfen. Die Nützlichkeit dieses Wundermittels wurde von meinem Freund Zaphod Beeblebrox entdeckt, besucht doch mal seinen Blog:  masterminis !
6: Tamiya Farben. Ich verwendete sie um neue Erfahrungen zu sammeln. Es ist schwer zu beschreiben, aber sie sind einfach perfekt fürs Airbrushn.
7: Eine Airbrush. Ich benutze die Gabbert Triplex, aber jede andere Double Action Airbrush wird genau so gut funktionieren.
8: Pipette, um die richtige Menge Verdünner abzumessen und den Cleaner in die Airbrush zu geben.
9: Skalpell. Ihr werdet sehen wieso ;)
10: Stipple brush, einfach ein harter Pinsel mit sehr kurzen Borsten.
Ich habe auf dem Foto zwei Dinge vergessen, Zahnstocher und kleine Schnappsgläser um die Farbe darin zu mischen.

Ein paar Gedanken zum Airbushn: 
Ich nutze sehr niedrigen Druck (etwa ein Bar) und sehr stark verdünnte Farbe (ein Teil Farbe, 6 Teile Verdünner).
Vergesst nicht, ab und zu ein wenig Cleaner durchzusprühen und ihr könnt stundenlang durcharbeiten. Tamiya Farben sind sehr angenehm für faule Künstler :)

Due heutigen Farben sind:

Chaos Black fürs Grundieren, Tamiya XF-9 Hull Red für die Rosttöne, XF-4 Yellow Green um die Highlightfarbe zu mischen und  XF-13 J.A. Green als Basiston.

Ich benutzte ein altes Stück Plasticard für unsere Übung. Es wurde schwarz grundiert, dann einfach mit Tamiya XF-9 Hull Red  gesprüht um einen deckenden Grundton zu erreichen. (Jemand sagte mir mal, das F stehe für flat, also ein mattes finish)
Die rechte Hälfte wurde mit Purity Seal versiegelt, die linke nicht.


Wenn man die Farbe versiegelt, werden die nächsten Schritte keinen Einfluss auf sie nehmen. Ihr könnt euch sicher sein, dass die rostige Basisfarbe bleibt wie sie ist...keine bösen Überraschungen.
Als ich aber an einer der Schaufeln das Versiegeln vergaß, erwies sich das Resultat als interessant und lebendig...jedenfalls da, wo der Rost nicht komplett verschwand. Ohne Versiegelung weiter zu machen, ist Glücksspiel mit dem Endergebnis.

Als nächstes bedeckte ich die ganze Platte mit einer starken Haarsprayschicht. In den unteren Bereichen streute ich Salz darauf, die oberen sind für unsere anderen Werkzeuge reserviert. Wartet ab, bis das Haarspray trocken ist, bevor ihr neue Farbe auftragt. Wiederum kann man dies ignorieren, die Farbe wird abplatzen, was verdammt cool und realistisch aussieht...aber nach der ersten Schlacht wahrscheinlich verschwunden sein wird. Ich schätze, da ist Potential fürs Vitrinenmalen vorhanden...


Nun kann man den kompletten Bereich mit einer Farbe bedecken (in mehreren dünnen Schichten aufgesprüht), ich wählte das Grün, dass unsere Panzer ziehren wird. Die mittleren Bereiche wurden mit einer helleren Version des Grüns gesprüht.
Das ganze muss Staubtrocken sein, aber wartet nicht zu lang, da wir die Farbe wieder ablösen müssen...


...ABLÖSEN??? Ja, jetzt kommt das Weathering! Wir benutzen einige Techniken, die mehr oder weniger zufällige Ergebnisse hervorrufen, was zum Realismus des Modells beiträgt.
Die ganze Platte wird mit kochend heißem Wasser bestrichen. Wir benutzen heißes, weil es das Salz besser anlöst und mehr davon aufnehmen kann, als eine kalte Flüssigkeit. Das lassen wir für ein paar Sekunden einwirken.
WTF? Die Farbe sieht...anders aus?
Das ist völlig normal, nach dem Trocknen werden die hellen Streifen wieder verschwinden.
Nun nutzen wir einen Pinsel (ich nehme einen großen weichen, um das Salz abzulösen, aber keine größeren Farbflocken abzulösen) und waschen das Salz ab. Das Wasser saugt sich durch die grüne Farbe und löst sie vom braunen Untergrund, da das Haarspray als Trennschicht fungiert, die den beiden nicht erlaubt sich zu verbinden.


Kleine Mengen Salz werden kleinere Abplatzer hervorrufen, während größere Haufen großflächige Abbplatzungen im Lack nach sich ziehen.


Mit dem Stipple Brush können wir Kratzer, Flecken und ähnliches erzeugen. Es gibt verschiedene Arten den Pinsel zu benutzen, in kleinen, kreisenden Bewegungen mit verschiedenem Druck und Entlangkratzen um lange Kratzer zu erzeugen. Versucht einfach ein paar Möglichkeiten und lasst eure Hand vom Zufall führen.
Das sehr zufällige Arbeiten ist auch eine angenehme Abwechslung zum geplanten Malen des Vitrinenalltags.


Der Zahnstocher erzeugt große Kratzer, die schon eine Weile unter dem Lack rosten.



Das Skalpell erzeugt frische, sehr feine Kratzer.



Ich erwähnte den Unfall mit der vergessenen Versiegelung...hier ist ein direkter Vergleich.
Die braune Farbe wird vom heißen Wasser gelöst, wo kein Purity Seal sie bedeckt. Das Wasser selbst wird braun und während wir diese Pfützen von der Platte wischen, verteilen sich die braunen Pigmente überall...das kann zu ziemlicher Sauerei führen. Wenn man sehr vorsichtig arbeitet, erhält man eine sehr abwechslunsreiche rostige Fläche, mit Nuancen von Braun und Schwarz. Sehr cool, aber sehr zufällig.


So sieht das ganze aus, wenn das Haarspray nicht richtig trocken war...oder man zu viel Wasser benutzt hat, ich weiß nicht, welches der beiden Missgeschicke schuld ist. Es sieht großartig aus, aber ich denke für Spiele ist der Effekt zu fragil.


So sieht die Platte aus, nachdem alles getrocknet ist.


Ihr werdet einige gelbliche Flecken bemerken, einige sogar weiß. Ich habe keine Ahnung wie man das vermeidet, aber ich habe einen Weg gefunden es wieder zu richten. Der Effekt verschwindet  nach erneutem Versiegeln mit Purity Seal.

Ihr werdet vielleicht bemerken, dass sich der Gesamteindruck leicht verändert hat. Der Lack blendet alles zusammen, auf Kosten des Kontrasts. Mit diesem Wissen kann man von Beginn an mit stärkerem (zu starkem) Kontrast arbeiten, um den richtigen Wert nach dem Lackieren zu erhalten. Das sind einfach Erfahrungswerte, die man ziemlich schnell sammelt.

Der untere Bereich, in dem alle Techniken zusammenwirken, sieht schon ziemlich gut aus.

Wenn ihr euch für die Haarspraytechnik und Weathering im Allgemeinen interessiert, schaut euch diese Links an:
MV Weathering Tutorial Part 1
MV Weathering Tutorial Part 2
MV Weathering Tutorial Part 3
MV Weathering Tutorial Part 4
Raffa aka Picster hat mit diesen VIDEO TUTORIALS, die ihr auf Massive Voodoo findet, wirklich großartige Arbeit geleistet. Danke für deine Erlaubnis sie zu verwenden, mein Freund!

Ich werde nun einige Prozessbilder zeigen, die meisten Erklärungen sind gemacht worden, lehnt euch zurück und seht, was man so alles anstellen kann.


Die Räumschaufeln sind die am stärksten beschädigten Teile, da sie tonnenweise Geröll wegschieben und einige gemeine Explosionen abbekommen. Der Rost wird sich da am stärksten  zeigen, also benutzen wir hier auch das meiste Salz und alle oben gezeigten Techniken werden ekszessiv angewandt.


Die Highlights werden in den mittleren Bereichen aufgesprüht. Ich nutzte zwei hellere Versionen des Grüns, jedes mit ein wenig mehr Gelbanteil.


Verschiedene Grade an Rost und Alterung hauchen einer Schwadron leben ein. Manche Fahrzeuge sind älter, manche Crews sind immer die ersten, die eine verstopfte Straße räumen.
Macht euch keine Sorgen wegen den gelblichen Flecken, das Purity Seal wird sie verschwinden lassen.

und so sehen sie fertig lackiert aus.




Ich versuche, die Schatten zu erhalten. Also sprühe ich wenig bis gar keien Farbe in Vertiefungen und die meiste Farbe auf die Mitte der Panzerplatten.

Es kann sehr nützlich sein, eure Teile auf einer Halterung zu befestigen, damit ihr die Farbe nicht anfassen müsst. Ohne Lackierung ist die Farbschicht sehr empfindlich.



An den Kanten wird die Farbe schon bald nach Verlassen der Fabrik verschwinden. Mit einem Pinsel oder Skalpell kann man an ihnen entlang fahren und so die grüne Farbe herunternehmen. Mit dem Skalpell geht es schneller, aber man muss darauf achten, nicht zuviel Druck anzuwenden.


Die Türme nach dem Lackieren....







Hier sieht man ganz gut, wie sich die Farbe auf die mittleren Bereiche konzentriert, während die Schatten deutlich dunkler sind. 

Das meiste Salz wird an den unteren Bereichen des Rumpfes verwendet, da dort Geröll entlangschrammt.

Der Panzer nach zwei Highlightfarben.


Die gelblichen Flecken können wir erneut ignorieren, aber die weißen müssen entfernt werden. Nutzt so lange heißes Wasser, bis keine weißen Salzflecken mehr da sind, da das Purity Seal diese nicht verschwinden lässt!







...also das sieht ziemlich unordentlich aus. Schauen wir mal, wie das ganze nach dem Lackieren aussieht.



Und die gelben Flecken sind verschwunden. 


Ich denke, sie machen jetzt schon einen guten Eindruck.








Das ist ein guter Punkt, um für heute zu einem Ende zu kommen. Morgen werde ich das Tarnmuster aufsprühen.
Lasst mich doch bitte wissen, wie ihr die Artikel findet, was verbessert werden könnte oder was vielleicht schon gut ist :)
Einen schönen Tag euch allen und vergesst nicht regelmäßig mal ne Pause einzulegen, sonst treibt so ein Projekt einen in den Wahnsinn ;)

Montag, 24. September 2012

Step by Step: How to paint a high quality vehicle squadron fast and easy Part 1

Hello my friends, it is tutorial week!
I am proud to present you what is the biggest tutorial I made so far.
I sprayed, painted, sponged and painted again, took tons of photos, edited them and wrote through the nights. And for the first time (because there were many who wished I would do that...) the tutorial will be bilingual! This tutorial is available in English and German language.
To find the German version just click here: German Version

And now lets begin!

They are the centerpieces of many armies, their weapons are the most deadly around, their speed is the base of many tactics and they tower over every infantry model...TANKS!
Nearly every tabletop general comes to a point, when he wants to own one or more tanks and crush his enemies with them.
But painting such a monster can be a very intimidating task,  painting lots of them even more.
Besides showcase painting, I still love to play from time to time and my well known love for vehicles forces me to include them into my armies every time :)
I made a lot experiences during my years of showcase painting and last time I decided to paint a new army, I tried to use them, of cause in a way simpler variant. So I tried around, painted some vehicles with the goal to be as fast as lightning without them looking loveless made. You can find some of my test objects here:
Ork Burna Bommer , chimera transport tank

Of cause not many people have the time and motivation to put 20 hours into a vehicle, that might explode in the first round, but who doesn't love playing with awesome looking models?
So I want to show you how you can paint exactly that awesome models with tolerable time effort.

Every article will show you an aspect of my working process, explaining everything with pictures and explanations, showing the world of "vehicle speed-painting".
Of cause this is just one of countless ways to do the job, maybe it is one you like :)

3 Leman Russ Battle Tanks will be painted for this article.


After this series is finished, they will be available at ebay, so if you fall in love with one or all of them and want to own them, you'll have a chance ;)

Part 1 - The assembly
There are a few essential keys to safe time and be effective while working.
First of all: Know what you do, know the model and how it works.
I studied the instructions of the tank kits (a thing I never do when having time and painting for showcase, because I feel somehow limited then), and thought which parts should be painted separate. I also decided which parts I would clean of mold lines together.

I pinned them on my wall, so they wouldn't fly around my painting table.

The second key is assembly line work.
This concept dates back till the 15th century and works very well.
We know we want to build 3 tanks, and we know there are steps we have to do 3 times. Cleaning, gluing, priming, spraying our first colour, our second...you know what I mean.
So I cut the same piece from every sprue, clean it, take the next and so on. While doing so, you fall into a mindless mode of repeating steps, but you get faster and faster. My first tracks took minutes to be cleaned, after the 10th it was faster and the last tracks were done in no time.
You just know how to handle every part of your kit, a thing that doesn't happen when you build  a full tank and then the next.
Be sure to have some music or a friend to talk with while doing this, because it can get really boring.
However, the saved time is worth it.


Three sprues, ready to work with. Be sure there are just the sprues you work with currently, to avoid a mess and chaos.

I'll show you the tools I used, and what I did with them:

1: A triangle, if you not want to add some scratch-built details, like new lines of rivets and such, you won't need it. I used it to measure, and a steel variant to cut and draw the rivet lines.
2: A brush to clean away the dust and little plastic parts, that always appear while cleaning mold lines and drilling plastic.
3: A few clamps to hold fresh glued parts in space.
4: Just a different sort of clamps, to hold plasticard sheets in place while cutting them (really helpful for small plates)
5: The good old wire cutter, to get the bits out of there sprue.
6: A Drill for weapon muzzles and wholes.
7: A scalpel to clean the mold lines. Be sure you use a new one, for a sharp one will safe time and energy!
8: Rubber bands to hold big things in place when glued.
9: Multitool for drilling, sanding and grinding.

Some tools are not necessary, but nice to have.

A few impressions of my personal assembly line work:

All sides of our tanks are ready before anything is glued.


They all want to be cleaned...


...and when you did that and have everything in order it feels damn good.
Of cause assembly line work doesn't mean we take every track part from every sprue, than the next...no, we know that all track parts are basically the same thing and we'll have to do the same to them. So we take them all out and clean them. They are numbered in this kit, so organizing them was no problem. Thats the concept, choosing groups of bits that will require the same handling and saving time with them.


I also glue same parts together at the same time.

I don't think it is necessary to show more of the building process, for everyone of us did this with a miniature.
Converting your tanks is the best way to double the time you need, a thing many gamers can't effort (either for time it needs or materials used) but we don't have to abandon it!
Squadrons often have a leading vehicle (if not in rules, for sure in their background) and investing a little time in making this one special is an easy way to have something personal in the end.
I decided to add some battle damage and a new plate with self made rivets, a banner (yes, cool tanks have cool banners...at least I think they should ;) ) and a vox unit from GW's command vehicle sprue.


The battle damage:
Be very careful where you put your damage, they look silly, if too much or in the wrong places. Also later paintwork is effected by their position!

I always sketch out my damage, all of it before doing something, so I can check the look of it.

I sanded the plastic down to a very thin level, using my multitool. Always think of your safety while using such a thing, it is possible that something shoots through your room with enough speed to hurt you.


Never forget your safety, without your eyes, painting can be very hard so you should protect them ;)

To check if your plastic is thin enough, hold it against a lamp. If you see the light shining through, it is just right.
Take your scalpel and cut into the thin plastic, bending and twisting it to simulate thinned metal, that rusted, was shot, etc.


Be sure you prime the inside of your tank side before gluing. You will see the inside through our new made hole and spray primer won't reach it afterwards!

Adding new armour parts:
I used a rivet maker by the company Trumpeter and a thin brass sheet. Using the tool is simple, it presses into the material with its teeth, you just press it against the sheet and draw a line where the rivets shall be.



You can also use thin plasticard instead of brass. When you like the look of your plate, just glue it in place.
This is an experiment, as I just got my hands onto this awesome tool. We'll see, how much the rivets will stand out in the end. If they are not strong enough, we at least added a new layer to the back of our hull.



That were todays thoughts about the assembly, nothing new to the world, but things one should have in mind when the goal is time effective working.

Tomorrow the color will come in, I'll show how I painted the basic color of the tank and how I achieved the worn and weathered look with simple and fast techniques.

This tutorials take a lot of time, time I gladly put into this blog, but nevertheless it is much of it. I would appreciate you leaving a comment and subscribe to my blog, if you like what I am doing.
Don't  miss this week full of hobby madness :)
Stay tuned and see you tomorrow!